Doppelsieg auf dem Czech Classic

Vergangenes Wochenende ging es für mich nach Most, Tschechien. Nach 8 Stunden Anreise am Donnerstag wurde im weltweit bekannten Autodrom zuerst das Fahrerlager aufgebaut. Da ich noch nie auf dieser Strecke gefahren bin, war ich sehr aufgeregt und konnte nachts fast nicht schlafen. Am Freitag hatte ich noch die Möglichkeit im Free Practice die Strecke kennen zu lernen. Nach mehreren Änderungen der Setups spürte ich auch den Rhythmus der Strecke und konnte somit die Ideallinie finden. Dennoch hatte ich große thermische Probleme mit den Reifen, sodass ich von Semi-Slicks auf Voll-Slicks wechseln musste.

Am Samstag musste ich mich an die neuen Reifen gewöhnen, deshalb war das Ergebnis zuerst sehr ernüchternd. Im ersten Qualifying konnte ich dann auf Platz 6 fahren, obwohl es sehr viel Verkehr auf der Strecke gab. Im zweiten Qualifying konnte ich mich nochmal sehr stark steigern und fuhr eine 1:54,869 + 0,436. Somit konnte ich im Rennen aus der ersten Reihe von Startplatz 2 aus starten (1. Platz meiner Klasse). Nach diesem Samstag war mein Motorrad und ich optimal auf die Strecke eingestellt und die Siegeschancen waren groß. Deshalb bin ich abends nochmals die Streck abgelaufen und hab mich mental auf das Rennen eingestellt.

Um 6 Uhr klingelte mein Wecker am Sonntag. Ich stand auf und bereitete das Motorrad vor. Dann war es soweit! Ich zog vor zum Vorstart. Der Puls stieg und der Atem stockte. Noch nie zuvor bin ich von solch einem Startplatz gestartet. Es war ein komisches Gefühl in der ersten Startreihe zu stehen.

Im ersten Rennen kam ich sehr gut vom Start weg und konnte schnelle, konstante Rundenzeiten fahren. Doch es wurde Runde für Runde schwerer die Konzentration zu halten. Nachdem ich bemerkt habe, dass ich genug Abstand  gewonnen habe, verlangsamte ich das Renntempo um circa 2 Sekunden pro Runde. Dann sah ich sie, die Zielflagge! Mit einem unbeschreiblichen Gefühl fuhr ich auf die oberste Stufe des Treppchens.

Im zweiten Rennen ging ich zu siegessicher an den Start. Dadurch habe ich den Start verschlafen und verlor mehrere Plätze. Nach der ersten Runde versuchte ich noch mehr zu pushen. Meine Reifen erhitzen sich immer mehr und sie wurden leicht schmierig. Ich wusste dass ich das Rennen nur gewinnen kann, wenn ich die Anderen auf der Bremse überhole. Dies habe ich dann versucht, auch wenn es manchmal sehr knapp war. Dennoch konnte ich mich an allen Fahren von meiner Klasse vorbei bremsen und gewann somit das zweite Rennen in Most.

50 Punkte für die Jahresgesamtwertung für ein Doppelsieg auf einer sehr anspruchsvollen Strecke einkassiert!